

Skifahrsaison heißt auch immer Saison der Kreuzbandrisse. Aber nicht nur bei der Skiabfahrt, sondern auch in vielen anderen Sportarten oder bei Unfällen kann ein kleiner Fehltritt mit Verdrehen des Knies zu einer großen unerwünschten Wirkung führen. Welche Kreuzbandrisse wie operiert werden müssen oder welche auch nicht – darüber referiert Prof. Dr. med. Sven Scheffler, Kniespezialist und Partner des sporthopaedicums Berlin, auf dem 36. Jahreskongress des BVASK, der vom 30. bis 31. Januar im Düsseldorfer Medienhafen stattfindet.
„Das vordere Kreuzband (VKB) ist ein Band, welches nicht lebensnotwendig ist. Aber es ist vielmehr ein Band, dass uns ein Leben lang erlaubt zu springen, zu laufen, zu rennen – eben Sport zu machen und ein aktives Leben zu führen“, so Prof. Scheffler. Wenn man dies ohne das VKB tun würde, erhöht sich die Gefahr weiterer Knieverletzungen und einer frühzeitigen Gelenkabnutzung.
An erster Stelle der Sportarten mit Riss des vorderen Kreuzbandes stehen heute Fußball, gefolgt von Basketball und Handball, Ski alpin und alle Sportarten mit schnellen Richtungswechseln und Stopp and Go Bewegungen. Aber auch Unfälle im täglichen Leben mit dem Fahrrad oder auf der Treppe, sowie im Verkehr mit dem Motorrad sind nicht selten. Häufig passiert es in dem Moment, wo die Betroffenen versuchen, den Sturz zu vermeiden und sich dabei ihr Knie verdrehen.
In der Vergangenheit kamen durch Sportunfälle eher jüngere Patienten mit VKB-Rupturen zu einer Operation, jetzt werden es zunehmend auch ältere Patienten. Der Grund: bis ins hohe Alter wollen heute viele aktiv bleiben und „ihren“ Sport ausüben.
Die Notwendigkeit zu einer Operation wird dabei laut Prof. Scheffler an drei objektiven Faktoren erkannt:
TAPE ist die Abkürzung für transarterielle periartikuläre Embolisation. Das bedeutet, dass kleine Gefäße rund um das betreffende Gelenk gezielt verschlossen werden. Davon können Patienten mit degenerative Gelenkveränderungen profitieren, z. B. bei Kniegelenksarthrose, Frozen Shoulder oder degenerativen Sehnenveränderungen. "Bei diesen Erkrankungen steht für die Patienten der Schmerz im Vordergrund und natürlich die damit einhergehende Funktionseinschränkung. Mit diesem noch recht jungen Verfahren kann man beide Parameter positiv beeinflussen, ohne eine große OP, wie zum Beispiel beim Gelenkersatz", erklärt PD Dr. Birger Mensel, Chefarzt am Zentrum für diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie.
Die Vorteile des Verfahrens, das von den Krankenkassen bezahlt wird, liegen zum einen in ihrem minimal-invasiven Ansatz, einem nur eintägigen Klinikaufenthalt und die umgehende Schmerzlinderung oder -freiheit in dem behandelten Bereich. Darüber hinaus werde auch ein späterer Teilgelenkersatz oder Gelenkersatz nicht erschwert. "Man muss auch bedenken, dass künstliche Gelenke nicht ewig halten. Wenn wir also Menschen vorher schonend und effektiv behandeln können, um die Schmerzen zu lindern, sind auch perspektivisch weniger große Operationen nötig", erklärt der Chefarzt.
Bei dem Eingriff in örtlicher Betäubung werden über einen Hautschnitt von 5 mm feine Kathetermaterialien über die Arterien unter Kontrolle mit einem Röntgengerät (Angiographie) zu den pathologischen Gefäßen gesteuert und verschlossen. Ziel ist es, die verstärkte Durchblutung im Bereich der Gelenkinnenhaut, wodurch die Entzündungsreaktion und damit der Schmerz aufrechterhalten werden, zu stoppen. "Es gibt Studien, die eine Besserung von bis zu zwei Jahren nachgewiesen haben. Es kann natürlich auch länger sein, die Daten fehlen noch, weil das Verfahren recht jung ist. Was wir ebenfalls noch nicht wissen, ist auch die mögliche Wirkung bei einem Wiederholungseingriff", so PD Dr. Mensel.
Pro Eingriff werden zwei bis sechs Gefäße pro Gelenk behandelt, im Schnitt dauert ein Eingriff nicht länger als eine Stunde. "Ich glaube, das Spannende wird sein, die Indikationen weiter auszudehnen. Hier sehe ich z. B. auch Potenzial bei den Großzehgrundgelenken mit häufigen degenerativen Veränderungen und den damit verbundenen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Es gibt ja auch Menschen, die aufgrund von anderen Vorerkrankungen für einen operativen Gelenkersatz nicht in Frage kommen. Hier sehe ich einen möglichen Einsatzbereich, mit der Embolisation und entsprechender Nachbehandlung die Schmerzen zu lindern und Beweglichkeit auch ohne Operation herzustellen".
Bewegung bringt Schwung ins Leben und ist oft die beste Medizin. Diese Weisheit ist nicht neu, trotzdem ist unser Alltag bewegungsärmer denn je. Homeoffice, Videocalls, Streamingabende: Laut aktuellem DKV-Gesundheitsreport verbringen wir im Schnitt über zehn Stunden täglich im Sitzen. Zeit aufzustehen, im wahrsten Sinne: Unter dem Motto „Rück’n’Roll – Bring Bewegung in dein Leben“ laden rund um den Tag der Rückengesundheit am 15. März 2026 Rückenschulen, Praxen, Vereine, Fitnessstudios und Tanzschulen bundesweit wieder zu Mitmachaktionen, Vorträgen und Workshops ein. Expertinnen und Experten geben wissenschaftlich fundierte Tipps, wie Bewegung wieder Spaß macht.
Der jährliche Aktionstag, den die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. seit 25 Jahren gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. veranstaltet, fordert dazu auf, die Freude an der Bewegung in jedem Alter als Energiequelle und Präventionsmedizin neu zu entdecken. Ob Tanzen, Joggen oder Yoga – nicht die Sportart ist entscheidend, sondern, dass wir lieben, was wir tun. Denn wer regelmäßig aktiv ist, beugt nicht nur Rückenschmerzen wirksam vor: Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose, Depression und sogar neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer kann dadurch deutlich gesenkt werden – ganz ohne Medikamente.
Kleiner Aufwand, große Wirkung
„Man muss dazu nicht täglich einen Rock 'n' Roll tanzen oder einen Marathon laufen“, betont Detlef Detjen, Geschäftsführer der AGR. „Treppe statt Aufzug, Spaziergang statt Kaffeekränzchen, Telefonieren im Stehen – es ist eigentlich verblüffend einfach, Bewegung bewusst zum selbstverständlichen Teil des Alltags zu machen.“ Wer dieses Rezept – wie von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen – kombiniert mit wöchentlich 150 bis 300 Minuten moderatem bis intensivem Ausdauersport wie Tanzen, Joggen, Radfahren oder Schwimmen sowie zwei Einheiten Krafttraining, schützt seine Gesundheit effektiv. Wer das nicht schafft: Umfassende Daten zeigen, dass bereits 75 Minuten Bewegung pro Woche bei leichter bis mittlerer Intensität einen gesundheitlichen Nutzen bringen.
Weniger Sitzen, mehr Rück’n’Roll – mitmachen am 15. März
Weil Bewegung gemeinsam noch mehr Spaß macht, gibt es rund um den 15. März, dem Tag der Rückengesundheit, deutschlandweit zahlreiche Veranstaltungen, online und vor Ort. Praxen, Vereine, Rückenschulen, Fitnessstudios und Tanzschulen öffnen ihre Türen und geben Gelegenheit, auszuprobieren, was hilft und Spaß macht. Der Online-Veranstaltungskalender auf www.agr-ev.de/tdr veröffentlicht einige dieser Angebote wie Tag der offenen Tür, Vorträge, Workshops, Schnupperkurse, Gesundheitschecks und Rabattaktionen. Dort steht auch eine Broschüre mit Tipps und wissenschaftlich fundierten Hintergrundinformationen zum Download bereit. Veranstalter können ihre Angebote zum Tag der Rückengesundheit in den Veranstaltungskalender eintragen und erhalten kostenfreie Werbematerialien.
Ein Anriss oder kompletter Riss der Rotatorenmanschette ist nicht nur ärgerlich, sondern auch sehr schmerzhaft und stört häufig die Funktion der Schulter. Doch nicht jede Verletzung an der Rotatorenmanschette muss operiert werden. In welchen Fällen konservativ behandelt werden kann und in welchen nicht – darüber referiert Prof. Knut Beitzel, Chefarzt der Schulterchirurgie, Arthroskopie und Sportorthopädie an der Atos Orthoparkklinik Köln, auf dem 36. Jahreskongress des BVASK, der vom 30. bis 31. Januar im Düsseldorfer Medienhafen stattfindet.
Der wichtigste Punkt für eine Entscheidung zwischen konservativer Therapie und Operation ist laut Beitzel die Frage, ob es zu langfristigen und nicht umkehrbaren Schäden der Muskulatur kommt. Ein Riss allein ist noch keine Indikation zur OP, denn 10-15 Prozent der über 60Jährigen zeigen zum Beispiel kleinere Risse in der Bildgebung. Mit dem Alter degenerieren die Bänder und Muskeln, sie reißen daher auch schneller ein.
Patienten mit partiellen Rissen, die den Arm insgesamt aber normal bewegen können, leiden eher darunter, dass die Sehnenmanschette die Zentrierungs-Funktion des Schultergelenkes nicht mehr gewährleisten kann. Hier kann eine konservative Behandlung mit Physiotherapie, Medikamenten oder Infiltrationensehr gut helfen. Über ein spezielles Training sollten Patienten das Gelenk wieder zentrieren und fehlende Bewegungen kompensieren. Schulterblatt-Übungen, Dehnung, Außenrotation und Ruder-Bewegungen können dabei helfen. Am besten sollte jeder Patient dabei die Bewegungen im schmerzfreien Bereich ausführen, sonst verklebt die Schulter und „macht zu“.
Bei einem Komplett-Abriss heilen Schulter-Sehnen jedoch nicht mehr an. Der Körper baut den Muskel langsam ab, der Muskel verfettet und ist dann nicht mehr zu „reparieren“. Nach Unfall, Sturz und Verletzung mit großem Riss in der Rotatorenmanschette und Bewegungseinschränkung im Arm sollte deshalb binnen 6-8 Wochen, am besten zeitnah operiert werden.
Allerdings kann mit zunehmendem Alter des Betroffenen auch eine fachmännisch angenähte Sehne schneller wieder reißen. Deshalb, so Beitzel, gilt es abzuwägen: „Man arbeitet viel nach individueller Prognose“. Die Frage ist hier auch, was der Patient für eine erfolgreiche Bewältigung des Alltags benötigt, wie stark er seine Schulter einsetzt.
Wenn relativ kraftlose Bewegungen der Schulter für den Alltag eines Patienten ausreichen (z.B. Büro-Job und als Sport Jogging, Radfahren, Bergwandern) ist der Schmerz gut in den Griff zu kriegen. Für kraftvolle Bewegungen der Schulter, wie beispielsweise in bestimmten Sportarten, wie Tennis oder Basketball oder in bestimmten Berufen, wo viel Last getragen wird, hilft dagegen nur eine Operation.