

Rückenschmerzen gelten als typisches Erwachsenenleiden, doch die Realität sieht anders aus: Laut DAK-Präventionsradar 2024 klagt bereits jedes vierte Schulkind mindestens einmal pro Woche über Rückenschmerzen – Tendenz steigend. Dabei sind viele Ursachen hausgemacht: schlecht sitzende Schulranzen, unpassende Möbel, zu viel Medienkonsum, zu wenig Bewegung. Eine aktuelle Analyse mehrerer Studien zeigt: Jede zusätzliche Stunde tägliche Bildschirmzeit erhöht das Rückenschmerzrisiko bei Kindern und Jugendlichen um rund 26 Prozent [1]. „Vielseitige Bewegungserfahrungen und rückenfreundliche Bedingungen von Anfang an legen den Grundstein für einen gesunden Lebensstil“, sagt Dr. Dieter Breithecker, Bewegungswissenschaftler und Experte für Kinderrücken bei der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. Die AGR gibt Orientierung – mit konkreten Tipps für eine rückenfreundliche Schulausstattung und dem AGR-Gütesiegel für ergonomische Produkte.
Warum Ergonomie zählt – für Eltern und Kind
Gesunde Lebensbedingungen sowie ergonomische Verhältnisse sind gerade im Kindesalter besonders wichtig: Alle organischen Funktionen – somit auch die Wirbelsäule und die Muskulatur – befinden sich in einer entscheidenden Entwicklungsphase und sind durch Bewegungsmangel und Fehlbelastungen besonders anfällig. „Was im Schulalter zur Gewohnheit wird, prägt die mentale und körperliche Haltung für Jahrzehnte“, betont Dr. Breithecker. „Kinder werden mit dem ersten Schultag nicht nur eingeschult, sondern auch ‚eingestuhlt‘. Im Schnitt sitzen Schulkinder bis zu zehn Stunden täglich. Häufig auf Stühlen, die natürliche Haltungswechsel unterbinden, und an Mobiliar, das nicht höhenverstellbar ist. Das kann den Entwicklungsprozess negativ beeinflussen.“ Ergonomische Kriterien bei Kinderprodukten sind deshalb mehr als Komfort: Sie erlauben eine individuelle Anpassung an den wachsenden Körper, lassen vielseitige Bewegung zu, statt sie einzuschränken, und richten sich nach dem jeweiligen Bedarf des Kindes, nicht nach dem Durchschnitt der Altersgruppe.
Von ergonomisch gestalteten Kinderprodukten profitiert auch der Rücken der Eltern: „Wer täglich einen Kinderwagen schiebt, einen Kindersitz ins Auto hievt oder einen Schulranzen anpasst, weiß, wie sehr eine durchdachte Konstruktion im Alltag entlasten kann“, sagt Breithecker. „Ergonomie zahlt sich für die ganze Familie aus.“
‚Ergonomisch‘ ist nicht gleich ergonomisch
Von der Babytrage über den Kinderwagen bis zum Mobiliar – wer für sein Kind ein rückenfreundliches Umfeld schaffen möchte, steht vor einem Problem: Der Begriff ‚ergonomisch‘ ist nicht geschützt und wird oft als Werbeaussage genutzt. Für Verbraucher ist daher nicht auf den ersten Blick erkennbar, ob ein Produkt tatsächlich nach ergonomischen Kriterien geprüft wurde. Das AGR-Gütesiegel „Geprüft & empfohlen“ schafft hier verlässliche Orientierung. Es wird ausschließlich an Produkte vergeben, die eine unabhängige Prüfkommission mit Experten aus den Bereichen Medizin, Therapie sowie Sport- und Bewegungswissenschaft als besonders rückengerecht bewertet hat.
Alle zertifizierten Produkte rund um einen gesunden Kinderrücken sind unter www.agr-ev.de/babys-und-kinder zu finden. Wer beim Kauf zusätzlich persönliche Beratung sucht, findet in AGR-zertifizierten Fachgeschäften geschultes Personal, das Produkte gemeinsam mit dem Kind vor Ort ausprobiert. www.agr-ev.de/fachgeschaefte
Die rückengesunde Schulausstattung auf einen Blick
Dr. Dieter Breithecker, Experte für Kinderrücken bei der AGR, erklärt, worauf es bei der ergonomischen Schulausstattung ankommt.
Fast jeder kennt Schmerzen in Knie, Hüfte, Fingern oder Schulter. Arthrose gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Alter und betrifft Millionen Menschen in Deutschland. Viele Betroffene fragen sich: Was hilft wirklich? Kann man Arthrose aufhalten? Und wann sind Medikamente oder sogar Operationen sinnvoll? Antworten darauf gibt der kostenfreie Infotag auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) am Freitag, dem 23. Oktober 2026, in Berlin.
Unter dem Titel „Gelenkschmerzen: Ursachen erkennen, gezielt therapieren“ erklären renommierte Experten verständlich und praxisnah, welche Möglichkeiten moderne Medizin heute bietet und was Betroffene selbst tun können, um ihre Gelenke möglichst lange gesund zu halten. „Arthrose bedeutet nicht automatisch, dass man Schmerzen einfach hinnehmen muss“, sagt Prof. Dr. Frank Hildebrand, einer der drei DKOU-Präsidenten. „Bewegung, Ernährung, moderne Therapien und ein besseres Verständnis der Erkrankung können die Lebensqualität vieler Menschen deutlich verbessern.“
Die Vorträge richten sich ausdrücklich an Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie alle Interessierten. Der Eintritt ist kostenfrei. Nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit, direkt Fragen an die Referierenden zu stellen und mit den Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Zudem steht ein kleiner Imbiss bereit.
Die DKOU-Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Frank Hildebrand, Dr. med. Jörn Dohle und Dr. med. Wolfgang Böker laden alle Interessierten herzlich ein.
Programm Infotag auf dem DKOU 2026
• Arthrose – eine vermeidbare Erkrankung? Was kann ich selbst durch Ernährung und Bewegung beeinflussen?
Prof. Dr. Hadrian Platzer, UKSH Kiel
• Medikamentöse Therapieansätze gegen die Arthrose – Science oder Sciencefiction?
PD Dr. Timo Nees, Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
• Behandlungsstrategien für Beschwerden der kleinen Gelenke (Hand und Fuß)
Prof. Dr. Hans-Dieter Carl, Präsident DGORh
• Behandlungsstrategien für Beschwerden der oberen Extremität (Schulter, Ellenbogen)
Priv.-Doz. Dr. Tim Leschinger, Universitätsklinik Köln
• Behandlungsstrategien für Beschwerden der unteren Extremität (Hüfte, Knie)
Dr. Peter Naatz, Immanuel Krankenhaus Berlin
„Viele Menschen glauben, Arthrose sei eine unvermeidliche Folge des Älterwerdens. Das stimmt so nicht. Wer Beschwerden frühzeitig ernst nimmt und sich informiert, kann selbst viel dazu beitragen, die Beweglichkeit zu erhalten und Schmerzen zu reduzieren“, sagt DKOU-Präsident Dr. med. Jörn Dohle.
„Wir möchten konkrete Hilfestellungen für den Alltag geben und Wege aufzeigen, wie man aktiv mit der Erkrankung umgehen kann. Häufig können schon gezielte Bewegungsübungen viel bewirken. Medikamentöse oder operative Therapien sind nicht immer erforderlich“, sagt DKOU-Präsident Dr. med. Wolfgang Böker.
Corinna Elling-Audersch, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, ergänzt: „Wir freuen uns, auf dem Infotag Arthrose mit vielen Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Kommen Sie gern vorbei und tauschen Sie sich mit uns aus. Die Rheuma-Liga bietet Ihnen eine große Auswahl von Bewegungsangeboten, Beratung, Information sowie Selbsthilfeangebote und unterstützt Sie dabei, Ihre Erkrankung aktiv zu bewältigen.“
Der Infotag ist ein Programmteil auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU). Der Kongress ist die bedeutendste Veranstaltung für Orthopädie und Unfallchirurgie in Europa; hier werden die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Fachgebiete diskutiert. In der DKOU-Kongresswoche vom 20. bis zum 23.10.2026 werden etwa 10.000 Ärztinnen und Ärzte erwartet, auch internationale Expertinnen und Experten. Der Patiententag wird von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) in Kooperation mit der Deutschen Rheuma-Liga Berlin organisiert.
Veranstaltungsort
Freitag, 23. Oktober 2026, 14:00 bis 17:00 Uhr
CityCube Berlin, Großer Saal
Jafféstraße, 14055 Berlin
(Nahe S-Bahnhof Messe Süd/Eichkamp)
Teilnahme
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Information und Anmeldung für Interessierte:
Deutsche Rheuma-Liga Berlin e.V.
Mariendorfer Damm 161a, 12107 Berlin
Telefon: +49 (0)30 32 290 290
E-Mail: veranstaltungen@rheuma-liga-berlin.de
Online-Anmeldung: https://portal.rheuma-liga-berlin.de
Parkett abschleifen, Laminat verlegen, Teppich anpassen: Ein neuer Fußboden ist für geschickte Heimwerker keine Hürde. Doch langes Arbeiten auf den Knien oder im Fersensitz belastet die Gelenke stark - und kann schmerzhafte Folgen haben. Das Infocenter der R+V Versicherung rät deshalb zu besonderer Vorsicht.
Lassen sich Arbeiten in Bodennähe nicht vermeiden, sind Schutzmaßnahmen besonders wichtig. "Wer viel und lange kniend arbeitet, riskiert unter anderem Entzündungen des Schleimbeutels oder Probleme mit dem Meniskus", erklärt Torben Thorn, Gruppenleiter Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltmanagement bei der R+V Versicherung. Gymnastikmatten oder Schaumstoffkissen entlasten die Gelenke spürbar, weil sie für einen weichen, rutschfesten und trockenen Untergrund sorgen. Noch besser sind jedoch Knieschoner, Kniepolster oder spezielle Kniekissen. "Gerade bei längeren Arbeiten empfiehlt sich ein passender Knieschutz mit CE-Zeichen", ergänzt Thorn.
Zwischendurch aufstehen entlastet die Knie
Neben dem richtigen Schutz spielt auch Abwechslung eine zentrale Rolle. "Spätestens nach 30 Minuten im Knien sollten Heimwerker ihre Haltung ändern - am besten aufstehen, ein paar Schritte gehen oder sich kurz dehnen. Das entlastet nicht nur die Knie, sondern den gesamten Bewegungsapparat, auch bei Rückenproblemen", sagt Thorn. Treten während der Arbeit Schmerzen auf, gilt: sofort unterbrechen und das Gelenk schonen. Halten die Beschwerden an, sollten die Heimwerker ärztlichen Rat einholen.
Viele Tätigkeiten lassen sich mit einfachen Hilfsmitteln deutlich knieschonender erledigen. Teleskopstangen ermöglichen zum Beispiel eine aufrechte Haltung beim Streichen, Bohren oder Kehren. Arbeitstische, Gartenhocker oder Kniebänke entlasten bei Arbeiten in Bodennähe. Ebenfalls praktisch: Werkzeugtaschen oder Gürtelsysteme halten alles griffbereit - häufiges Bücken, Drehen oder Aufstehen entfällt.
Weitere Tipps des R+V-Infocenters:
Jeder Tag in der Kita steckt voller Sprechanlässe. Ob beim gemeinsamen Frühstück, im Rollenspiel oder beim Experimentieren: Sprachförderung lässt sich ganz unkompliziert in den Alltag integrieren, oft ganz ohne besonderes oder teures Equipment. Zum Start des neuen Kitajahres gibt der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl) praktische Impulse und erklärt, warum gerade naturwissenschaftliche Experimente die Sprachentwicklung besonders fördern können.
Erzieher*in als Sprachvorbild
Empirische Untersuchungen zeigen: Die alltagsintegrierte Sprachförderung wirkt sich positiv auf die sprachliche Entwicklung von sprachlich auffälligen Kindern aus.
Nicht zu unterschätzen ist hierbei der Sprachgebrauch der Erwachsenen. In „Frühpädagogik als Sprachförderung” weist Gudula List (2010) dem „Kommunikations- und Sprachverhalten [der Erzieher*innen] (…) eine Vorbildfunktion zu, sowohl in Hinsicht auf Korrektheit wie auch auf Diskursfähigkeit und Angemessenheit der Sprachstile in der Interaktion mit Kindern, Familienangehörigen und im Team.”
Sich dessen bewusst zu sein hilft, auf einen geeigneten Sprachgebrauch zu achten.
Sprachförderung durch naturwissenschaftliche Experimente
Wer forscht, der fragt und wer fragt, der forscht. Forschen ist ohne Sprache nicht denkbar. Und umgekehrt: „Die Sprachentwicklung profitiert von spannenden Erlebnissen. Forschen und Entdecken bieten im Alltag mit den Kindern viele Gelegenheiten, auch den Spracherwerb zu fördern”, erklärt Sonja Utikal, dbl-Referat Logopädie. Doch wie können solche Experimente aussehen?
Forschen am Frühstückstisch
Um Experimente in der Kita anzubieten, braucht man oft keine teuren und aufwendigen Utensilien, wie das folgende Beispiel verdeutlicht: