

Fast jeder kennt Schmerzen in Knie, Hüfte, Fingern oder Schulter. Arthrose gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Alter und betrifft Millionen Menschen in Deutschland. Viele Betroffene fragen sich: Was hilft wirklich? Kann man Arthrose aufhalten? Und wann sind Medikamente oder sogar Operationen sinnvoll? Antworten darauf gibt der kostenfreie Infotag auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) am Freitag, dem 23. Oktober 2026, in Berlin.
Unter dem Titel „Gelenkschmerzen: Ursachen erkennen, gezielt therapieren“ erklären renommierte Experten verständlich und praxisnah, welche Möglichkeiten moderne Medizin heute bietet und was Betroffene selbst tun können, um ihre Gelenke möglichst lange gesund zu halten. „Arthrose bedeutet nicht automatisch, dass man Schmerzen einfach hinnehmen muss“, sagt Prof. Dr. Frank Hildebrand, einer der drei DKOU-Präsidenten. „Bewegung, Ernährung, moderne Therapien und ein besseres Verständnis der Erkrankung können die Lebensqualität vieler Menschen deutlich verbessern.“
Die Vorträge richten sich ausdrücklich an Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie alle Interessierten. Der Eintritt ist kostenfrei. Nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit, direkt Fragen an die Referierenden zu stellen und mit den Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Zudem steht ein kleiner Imbiss bereit.
Die DKOU-Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Frank Hildebrand, Dr. med. Jörn Dohle und Dr. med. Wolfgang Böker laden alle Interessierten herzlich ein.
Programm Infotag auf dem DKOU 2026
• Arthrose – eine vermeidbare Erkrankung? Was kann ich selbst durch Ernährung und Bewegung beeinflussen?
Prof. Dr. Hadrian Platzer, UKSH Kiel
• Medikamentöse Therapieansätze gegen die Arthrose – Science oder Sciencefiction?
PD Dr. Timo Nees, Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
• Behandlungsstrategien für Beschwerden der kleinen Gelenke (Hand und Fuß)
Prof. Dr. Hans-Dieter Carl, Präsident DGORh
• Behandlungsstrategien für Beschwerden der oberen Extremität (Schulter, Ellenbogen)
Priv.-Doz. Dr. Tim Leschinger, Universitätsklinik Köln
• Behandlungsstrategien für Beschwerden der unteren Extremität (Hüfte, Knie)
Dr. Peter Naatz, Immanuel Krankenhaus Berlin
„Viele Menschen glauben, Arthrose sei eine unvermeidliche Folge des Älterwerdens. Das stimmt so nicht. Wer Beschwerden frühzeitig ernst nimmt und sich informiert, kann selbst viel dazu beitragen, die Beweglichkeit zu erhalten und Schmerzen zu reduzieren“, sagt DKOU-Präsident Dr. med. Jörn Dohle.
„Wir möchten konkrete Hilfestellungen für den Alltag geben und Wege aufzeigen, wie man aktiv mit der Erkrankung umgehen kann. Häufig können schon gezielte Bewegungsübungen viel bewirken. Medikamentöse oder operative Therapien sind nicht immer erforderlich“, sagt DKOU-Präsident Dr. med. Wolfgang Böker.
Corinna Elling-Audersch, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, ergänzt: „Wir freuen uns, auf dem Infotag Arthrose mit vielen Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Kommen Sie gern vorbei und tauschen Sie sich mit uns aus. Die Rheuma-Liga bietet Ihnen eine große Auswahl von Bewegungsangeboten, Beratung, Information sowie Selbsthilfeangebote und unterstützt Sie dabei, Ihre Erkrankung aktiv zu bewältigen.“
Der Infotag ist ein Programmteil auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU). Der Kongress ist die bedeutendste Veranstaltung für Orthopädie und Unfallchirurgie in Europa; hier werden die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Fachgebiete diskutiert. In der DKOU-Kongresswoche vom 20. bis zum 23.10.2026 werden etwa 10.000 Ärztinnen und Ärzte erwartet, auch internationale Expertinnen und Experten. Der Patiententag wird von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) in Kooperation mit der Deutschen Rheuma-Liga Berlin organisiert.
Veranstaltungsort
Freitag, 23. Oktober 2026, 14:00 bis 17:00 Uhr
CityCube Berlin, Großer Saal
Jafféstraße, 14055 Berlin
(Nahe S-Bahnhof Messe Süd/Eichkamp)
Teilnahme
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Information und Anmeldung für Interessierte:
Deutsche Rheuma-Liga Berlin e.V.
Mariendorfer Damm 161a, 12107 Berlin
Telefon: +49 (0)30 32 290 290
E-Mail: veranstaltungen@rheuma-liga-berlin.de
Online-Anmeldung: https://portal.rheuma-liga-berlin.de
Parkett abschleifen, Laminat verlegen, Teppich anpassen: Ein neuer Fußboden ist für geschickte Heimwerker keine Hürde. Doch langes Arbeiten auf den Knien oder im Fersensitz belastet die Gelenke stark - und kann schmerzhafte Folgen haben. Das Infocenter der R+V Versicherung rät deshalb zu besonderer Vorsicht.
Lassen sich Arbeiten in Bodennähe nicht vermeiden, sind Schutzmaßnahmen besonders wichtig. "Wer viel und lange kniend arbeitet, riskiert unter anderem Entzündungen des Schleimbeutels oder Probleme mit dem Meniskus", erklärt Torben Thorn, Gruppenleiter Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltmanagement bei der R+V Versicherung. Gymnastikmatten oder Schaumstoffkissen entlasten die Gelenke spürbar, weil sie für einen weichen, rutschfesten und trockenen Untergrund sorgen. Noch besser sind jedoch Knieschoner, Kniepolster oder spezielle Kniekissen. "Gerade bei längeren Arbeiten empfiehlt sich ein passender Knieschutz mit CE-Zeichen", ergänzt Thorn.
Zwischendurch aufstehen entlastet die Knie
Neben dem richtigen Schutz spielt auch Abwechslung eine zentrale Rolle. "Spätestens nach 30 Minuten im Knien sollten Heimwerker ihre Haltung ändern - am besten aufstehen, ein paar Schritte gehen oder sich kurz dehnen. Das entlastet nicht nur die Knie, sondern den gesamten Bewegungsapparat, auch bei Rückenproblemen", sagt Thorn. Treten während der Arbeit Schmerzen auf, gilt: sofort unterbrechen und das Gelenk schonen. Halten die Beschwerden an, sollten die Heimwerker ärztlichen Rat einholen.
Viele Tätigkeiten lassen sich mit einfachen Hilfsmitteln deutlich knieschonender erledigen. Teleskopstangen ermöglichen zum Beispiel eine aufrechte Haltung beim Streichen, Bohren oder Kehren. Arbeitstische, Gartenhocker oder Kniebänke entlasten bei Arbeiten in Bodennähe. Ebenfalls praktisch: Werkzeugtaschen oder Gürtelsysteme halten alles griffbereit - häufiges Bücken, Drehen oder Aufstehen entfällt.
Weitere Tipps des R+V-Infocenters:
Jeder Tag in der Kita steckt voller Sprechanlässe. Ob beim gemeinsamen Frühstück, im Rollenspiel oder beim Experimentieren: Sprachförderung lässt sich ganz unkompliziert in den Alltag integrieren, oft ganz ohne besonderes oder teures Equipment. Zum Start des neuen Kitajahres gibt der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl) praktische Impulse und erklärt, warum gerade naturwissenschaftliche Experimente die Sprachentwicklung besonders fördern können.
Erzieher*in als Sprachvorbild
Empirische Untersuchungen zeigen: Die alltagsintegrierte Sprachförderung wirkt sich positiv auf die sprachliche Entwicklung von sprachlich auffälligen Kindern aus.
Nicht zu unterschätzen ist hierbei der Sprachgebrauch der Erwachsenen. In „Frühpädagogik als Sprachförderung” weist Gudula List (2010) dem „Kommunikations- und Sprachverhalten [der Erzieher*innen] (…) eine Vorbildfunktion zu, sowohl in Hinsicht auf Korrektheit wie auch auf Diskursfähigkeit und Angemessenheit der Sprachstile in der Interaktion mit Kindern, Familienangehörigen und im Team.”
Sich dessen bewusst zu sein hilft, auf einen geeigneten Sprachgebrauch zu achten.
Sprachförderung durch naturwissenschaftliche Experimente
Wer forscht, der fragt und wer fragt, der forscht. Forschen ist ohne Sprache nicht denkbar. Und umgekehrt: „Die Sprachentwicklung profitiert von spannenden Erlebnissen. Forschen und Entdecken bieten im Alltag mit den Kindern viele Gelegenheiten, auch den Spracherwerb zu fördern”, erklärt Sonja Utikal, dbl-Referat Logopädie. Doch wie können solche Experimente aussehen?
Forschen am Frühstückstisch
Um Experimente in der Kita anzubieten, braucht man oft keine teuren und aufwendigen Utensilien, wie das folgende Beispiel verdeutlicht:
Die Wirbelsäulenversteifung ist einer der häufigeren Eingriffe, mit dem Ziel der Schmerzlinderung. Leider hat dieser Eingriff auch erhebliche Nachteile. Doch es gibt hervorragende Alternativen.
Bis zu 300.000-mal pro Jahr führen Ärzte in Deutschland eine Wirbelsäulenversteifung durch, um Segmente der Wirbelsäule zu stabilisieren und Rückenleiden zu verringern. Häufig ist die schwerwiegende Operation überflüssig und konservative oder minimalinvasive Maßnahmen stellen sinnvolle Alternativen dar.
Was genau ist eine Wirbelsäulenversteifung?
Eine Wirbelsäulenversteifung, auch als Spondylodese bezeichnet, ist ein operativer Eingriff, bei dem zwei oder mehr Wirbel dauerhaft miteinander verbunden werden. Das Ziel besteht darin, einen instabilen oder schmerzhaften Abschnitt der Wirbelsäule zu stabilisieren und Bewegungen zu reduzieren, die Beschwerden auslösen. Dazu werden häufig Schrauben und Stäbe eingesetzt, teilweise ergänzt durch Knochentransplantate oder Knochenersatzmaterial, damit die Wirbel im Verlauf zusammenwachsen.
Der Eingriff kommt unter anderem bei ausgeprägten Verschleißerscheinungen, Wirbelgleiten, Brüchen, Tumoren oder bestimmten Fehlstellungen zum Einsatz.
Vor- und Nachteile der Wirbelsäulenversteifung
Vorteile: Eine Wirbelsäulenversteifung kann Schmerzen deutlich lindern. Durch die gezielte Stabilisierung des betroffenen Abschnitts wird eine sichere Grundlage geschaffen, die oft mit einer spürbaren Verbesserung der Belastbarkeit einhergeht. Bei bestimmten Diagnosen lassen sich durch die Spondylodese außerdem Nerven entlasten, sodass ausstrahlende Beschwerden in Beine oder Arme abnehmen können.
Nachteile: Die Versteifung der Wirbelsäule reduziert die Beweglichkeit im operierten Segment dauerhaft. Zudem verändert sich die Belastung der benachbarten Wirbelsäulenabschnitte, wodurch dort Verschleiß und Schmerzen im weiteren Verlauf zunehmen können. Auch kann die erwünschte knöcherne Durchbauung ausbleiben, was erneute Eingriffe erforderlich macht.
In einzelnen Fällen bleiben trotz Operation Beschwerden bestehen oder kehren später zurück. Viele Wirbelsäulenspezialisten empfehlen die Spondylodese nur als letzte Behandlungsoption. Einmal durchgeführt, kann die Operation andere, gegebenenfalls schonendere Alternativen einschränken oder erschweren.
Alternativen zur Spondylodese
Jede Operation birgt Risiken. Zur Linderung von Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule lassen sich mit konservativen Behandlungsansätzen häufig gute Erfolge erzielen. Dazu zählt bei Instabilität insbesondere gezielte Physiotherapie mit Fokus auf Rumpfkräftigung und Haltungsschulung. Ergänzend können eine medikamentöse Schmerztherapie, Wärmeanwendungen, manualtherapeutische Maßnahmen sowie Injektionen an die Nervenwurzel zur Entzündungshemmung hilfreich sein.
Sofern eine Operation nötig ist, gibt es je nach Beschwerdebild weniger umfangreiche Eingriffe als eine Wirbelsäulenversteifung. Liegt vor allem eine Nervenkompression vor, kann eine reine Dekompression ausreichen, sofern keine relevante Instabilität besteht. Bei isoliertem Bandscheibenschaden kommt eine Bandscheiben-Prothese infrage. Diese erhält im Unterschied zur Spondylodese die Beweglichkeit des Segments. Eine Bandscheiben-Prothese ist jedoch nur praktikabel und sinnvoll, wenn kein ausgeprägter Verschleiß der Wirbelgelenke vorliegt.