

Luxuriöse Optik, angenehme Höhe und ein erholsames Schlafgefühl – auf der Suche nach Schlafqualität und Komfort leisten sich viele Menschen ein Boxspringbett. Der Trend aus Amerika und Skandinavien, bei dem ein fester, gefederter Unterbau die klassische Kombination aus Lattenrost und Bettgestell ersetzt, verspricht ein besonders weiches Liegegefühl für besseren Schlaf. Doch der Eindruck täuscht: „Boxspringbetten lassen sich nicht an die individuellen Bedürfnisse des Körpers anpassen. Aus ergonomischer Sicht gibt es bessere Alternativen“, sagt Dr. André Alesi, Schlafwissenschaftler, Gründer des Instituts für Schlaf und Regeneration sowie Experte für rückengesundes Schlafen bei der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. Der Verein zertifiziert seit über 30 Jahren rückenfreundliche Produkte aus allen Lebensbereichen mit dem AGR-Gütesiegel. Zum Tag des Schlafes am 21. Juni gibt die AGR-Tipps zum rückenfreundlichen Schlafkomfort.
Der erste Eindruck kann täuschen
Guter Schlaf macht nicht nur wach: Er bringt auch Regeneration, Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheit. Das richtige Bett ist dafür maßgeblich entscheidend. Boxspringbetten liegen seit Jahren im Trend, denn sie stehen für Komfort und Luxusgefühl im eigenen Schlafzimmer. Im Unterschied zum gewöhnlichen Bettgestell liegt die Matratze nicht auf einem Lattenrost, sondern auf einem mit Sprungfedern (engl. „boxspring“) gefüllten Unterbau. Optisch sind die Trendbetten, die zunehmend auch jüngere Menschen begeistern, an ihrer Höhe und an der Stoffverkleidung um Rahmen, Matratze und Kopfteil zu erkennen.
Beim Probeliegen wirken die gepolsterten Schlafstätten, die in Amerika und Skandinavien zum Standard gehören, oft angenehm weich. Doch genau das kann langfristig zum Problem werden: „Sinkt der Körper im Liegen zu stark ein, verliert die Wirbelsäule ihre natürliche Doppel-S-Form. Es fehlt die notwendige, punktuelle Unterstützung der Wirbelsäule. Fehlhaltungen und Verspannungen können die Folge sein“, erklärt AGR-Experte Alesi. Viele Boxspringbetten lassen sich nur begrenzt an den individuellen Körperbau anpassen. Auch das Schlafklima ist nicht optimal, weil die Stoffummantelung den Luftaustausch in der Matratze verringert.
Individuelle Ergonomie als Schlaf-Trend
Wer ein hohes Bett in Kombination mit ergonomischem Liegekomfort sucht, findet gute Alternativen. „Ein gutes ergonomisches Bett sollte optimal zum eigenen Körper und zu den individuellen Schlafgewohnheiten passen“, sagt Alesi. Als Alternative zum starren Boxspringbett, aber auch zum Kauf einzelner Bett-Elemente wie Lattenrost und Matratze, empfiehlt er ein sogenanntes Bettsystem aus hochbeweglicher Unterfederung mit vielen kleinen „Flügeln“ statt starrer Leisten und einer dazu passenden Matratze, bei dem alle Elemente fein aufeinander abgestimmt sind. „Sie bewegen sich dreidimensional und sorgen durch punktgenaue Reaktion für eine feine Druckverteilung“, erklärt der Schlaf-Experte. Inzwischen gibt es solche flexiblen Bettsysteme auch in elegantem, stoffbezogenen Boxspring-Design, mit entsprechender Höhe und passend zur eigenen Einrichtung und den persönlichen Vorlieben.
Schuhe und Betten probiert man an
„Unverzichtbar, um das individuell passende Bettensystem zu finden, ist eine qualifizierte persönliche Beratung und ausgiebiges Probeliegen im Fachhandel – idealerweise in verschiedenen Positionen“, betont Alesi. Nur so kann man herausfinden, ob die Schlafunterlage wirklich zu einem passt. In Fachgeschäften mit AGR-Zertifizierung helfen speziell geschulte Mitarbeiter bei der Auswahl und Anpassung des Schlafsystems. Dank umfassenden Trainings kennen sie die Anatomie der Wirbelsäule, das Zusammenspiel der Muskulatur sowie zentrale ergonomische Prinzipien und können so gezielt zu einer gesunden Schlaflösung beraten.
Weshalb moderne Physiotherapie immer stärker auf aktive Patienten setzt und passive Behandlungskonzepte zunehmend an ihre Grenzen stoßen
Viele Physiotherapeuten kennen diese Situation aus dem Praxisalltag: Patienten kommen mit Schmerzen in die Praxis und erwarten vor allem eines, nämlich behandelt zu werden. Möglichst passiv, möglichst bequem und am besten direkt auf der Behandlungsliege.
Aktive Übungen, funktionelles Training oder eigenständige Bewegung stoßen häufig zunächst auf Zurückhaltung. Genau darin liegt jedoch eine der größten Herausforderungen moderner Physiotherapie: Patienten nicht nur zu behandeln, sondern sie aktiv in Bewegung zu bringen.
Denn nachhaltiger Therapieerfolg entsteht heute längst nicht mehr ausschließlich durch klassische Hands-on-Behandlungen. Vielmehr gewinnt die aktive Mitarbeit der Patienten zunehmend an Bedeutung und zwar vor, während und nach der Therapie.
Passive Erwartungshaltung trifft auf moderne Therapieansätze
Während Physiotherapeuten heute verstärkt auf aktive Therapieformen setzen, bringen viele Patienten noch immer ein traditionelles Verständnis von Physiotherapie mit:
Mit Blick auf die bevorstehende Fußball-WM weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) darauf hin, dass sich viele Kreuzband- und Meniskusverletzungen durch gezieltes Training vermeiden lassen. Sie empfiehlt das kostenfreie Präventionsprogramm STOP-X, das jetzt in überarbeiteter Form online verfügbar ist. STOP-X bietet passende Trainingsroutinen, um Knieverletzungen vorzubeugen – sowohl im regelmäßigen Training als auch beim Aufwärmen vor dem Spiel.
„Viele schwere Knieverletzungen im Fußball passieren nicht durch Fouls, sondern durch abruptes Abstoppen, Landungen nach Sprüngen oder schnelle Richtungswechsel und genau diese Situationen lassen sich trainieren“, sagt DGOU-Präsident Prof. Dr. Frank Hildebrand. Passend zur Fußball-WM hat die DGOU außerdem das Dossier „Gesund am Ball: Fußball-Spezial“ zusammengestellt.
Nach Angaben der DGOU-Sektion Deutsche Kniegesellschaft (DKG) entstehen rund drei Viertel aller Kreuzbandrisse im Fußball ohne direkten Gegnerkontakt. „Ein Kreuzbandriss kann jede Fußballerin und jeden Fußballer treffen. Frauen haben ein deutlich höheres Risiko für einen Kreuzbandriss als Männer“, sagt DKG-Präsident Prof. Dr. Steffen Schröter.
STOP-X wurde von Ärzten, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern der DKG entwickelt. Der Name des Programmes bezieht sich auf einen Risikofaktor bei Knieverletzungen, nämlich die valgische Stellung der unteren Extremität. Diese entsteht im Fußball häufig, wenn das Knie bei schnellen Richtungswechseln, abruptem Abbremsen oder nach einem Sprung nach innen einknickt und dabei eine X-Bein-Stellung entsteht. „Die Gefahr dieser Gelenkstellung liegt darin, dass das Kniegelenk stark belastet wird. Dadurch steigt insbesondere das Risiko für Kreuzband-, Meniskus- und Innenbandverletzungen“, erklärt Dr. Arthur Praetorius, Sportwissenschaftler und DKG-Vorstandsmitglied – der das Programm mit entwickelt hat.
„Die Übungen aus dem STOP-X-Programm sollen vor allem verhindern, dass das Knie bei schnellen Fußballbewegungen in eine gefährliche X-Stellung gerät und dabei Kreuzband oder Meniskus verletzt werden“, sagt Schröter.
Das STOP-X-Programm umfasst mehrere strukturierte Übungseinheiten aus den Domänen Mobilität, Kraft, Bewegungskontrolle und Elastizität. Es wurde speziell für Sportarten mit einem erhöhten Risiko für Knieverletzungen entwickelt, darunter insbesondere Fußball. Die Übungen werden zu unterschiedlichen Trainingsmodulen kombiniert und können entweder als 15- bis 20-minütiges Aufwärmprogramm in das Mannschaftstraining integriert oder als individuelles Heimtraining durchgeführt werden. Das Angebot richtet sich an Einsteiger, Fortgeschrittene und erfahrene Sportlerinnen und Sportler.
Zentrale Übungen aus den vier Domänen für Fußballer sind:
Mobilität: Eine gute Beweglichkeit, insbesondere der Hüfte, ist die Grundlage für saubere und kontrollierte Bewegungen auf dem Platz. Deshalb gehören zu jeder STOP-X-Trainingsroutine Mobilitätsübungen wie Ausfallschritte, Hüftöffner oder kontrollierte Rotationsbewegungen, die den Bewegungsumfang verbessern und Fehlbelastungen vorbeugen sollen.
Kraft: Starke Muskeln entlasten das Kniegelenk. STOP-X enthält deshalb Übungen zur Kräftigung der Oberschenkelrückseite (Hamstrings), etwa Halteübungen und kontrollierte Beinbewegungen, sowie verschiedene Kniebeugen-Varianten. Sie stärken die Muskulatur rund um das Knie und können dazu beitragen, Verletzungen vorzubeugen.
Kontrolle: Das Knie wird besonders dann belastet, wenn Bewegungen unsauber oder unkontrolliert ausgeführt werden. Deshalb trainiert STOP-X gezielt die Stabilität von Rumpf, Hüfte und Beinen. Dazu gehören beispielsweise Gleichgewichtsübungen im Einbeinstand oder Bewegungsabläufe, bei denen das Knie bewusst in einer stabilen Position gehalten wird.
Elastizität: Fußball erfordert schnelle Richtungswechsel, Sprünge und abrupte Stopps. STOP-X trainiert diese Situationen mit Sprung-, Landungs- und Wendebewegungen. Zusätzliche Reize, etwa unerwartete Richtungsanweisungen, fördern die Reaktionsfähigkeit und helfen dabei, auch unter Zeitdruck kontrolliert zu bleiben.
Kommt es trotz Prävention zu einer Knieverletzung, gilt zunächst die sogenannte PEACE & LOVE REGEL:
PEACE (Sofortmaßnahme für die ersten 1 bis 3 Tage)
P - Protect (Schützen): Das betroffene Gelenk oder den Muskel ruhigstellen, um weitere Schäden zu verhindern.
E - Elevate (Hochlagern): Die verletzte Stelle über Herzhöhe lagern, um Schwellungen zu reduzieren.
A - Avoid anti-inflammatory (Entzündungshemmer vermeiden): Auf kühlende Maßnahmen und entzündungshemmende Medikamente verzichten, da natürliche Entzündungsreaktionen wichtig für den Heilungsprozess sind.
C - Compress (Kompression): Einen leichten Druckverband anlegen, um Schwellungen einzudämmen.
E - Educate (Aufklärung): Den Körper aktiv unterstützen und Überbehandlung vermeiden.
LOVE (Rehabilitationsphase ab Tag 4)
L - Load (Belastung): Eine schmerzfreie, schrittweise Rückkehr zur normalen Belastung starten.
O - Optimism (Optimismus): Dem Heilungsprozess positiv entgegensehen, da die mentale Einstellung die Genesung fördert.
V - Vascularisation (Durchblutung): Die Durchblutung durch leichte, schmerzfreie Bewegungen anregen.
E - Exercise (Übungen): Gezieltes Training zur Wiederherstellung von Kraft, Stabilität und Beweglichkeit durchführen.
Moderne Operationstechniken und Rehabilitationskonzepte ermöglichen heute zwar häufig eine Rückkehr in den Sport und können ein gerissenes Kreuzband weitgehend wiederherstellen. Dennoch bleibt ein Kreuzbandriss eine schwere Verletzung, die durch Begleitverletzungen oder eine anhaltende Instabilität des Kniegelenks die volle sportliche Leistungsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigen kann.
Den wenigsten Menschen ist bekannt, dass Flow wissenschaftlich erforscht ist. „Flow kommt aus der positiven Psychologie“, erklärt Sara Mohr und beschreibt diesen Zustand so: „Menschen im Flow sind maximal vertieft und selbstvergessen; sie blenden alles um sich herum aus, sogar die Zeit. Sie vollbringen oft Bestleistungen und erleben dabei gleichzeitig ein Höchstmaß an Wohlbefinden und Befriedigung“. Die Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) vermittelt ihren Berufskolleg:innen im Rahmen der DVE Akademie weitergehende Kenntnisse zu Flow. Das Ziel: Im Leben von Menschen mit einer Erkrankung oder in einer persönlichen Krise Alltagsaktivitäten finden, die geeignet sind, Flow zu ermöglichen und diese in deren Alltag zu verankern.
Wer neugierig, ausdauernd und lernorientiert ist und dabei wenig Angst vor Fehlern hat, ist ein potenzieller Kandidat beziehungsweise eine potenzielle Kandidatin, um öfter als andere Menschen Flow zu erleben. Flow entsteht häufig beim Arbeiten oder Studieren – sogar häufiger als in der Freizeit: beispielsweise beim Lösen komplexer Aufgaben, bei handwerklichen oder gestalterischen Projekten, beim Analysieren oder Planen und anderen Tätigkeiten, die der- oder diejenige in höchster Konzentration verrichtet. Auch bei sportlichen Herausforderungen oder beim Kreativsein wie Malen, Fotografieren, Schreiben oder Musizieren kommt es oft zu Flow und dem Gefühl, dass das, was man tut, wie von selbst passiert. Und das, obwohl es erst dann zu Flow kommt, wenn es sich um eine fordernde Betätigung handelt. Die Ergotherapeutin Sara Mohr führt das weiter aus: „Um in Flow zu kommen, muss eine Betätigung bestimmte, genauer gesagt drei Vorbedingungen erfüllen. Es muss ein klares Ziel geben wie: Ich will dieses Spiel gewinnen. Oder: Ich will diesen See durchschwimmen und so weiter“. Außerdem muss es ein Feedback geben, also die direkte Rückmeldung, ob der Handlungsschritt gelungen ist oder nicht und – das ist der wohl wichtigste, dritte Faktor: die Challenge-Skill-Balance. Das bedeutet, die Herausforderung – die Challenge – fordert genau das richtige Maß an Fähigkeiten, also Skills; sodass die Person sich anstrengen muss, aber weder unter- noch überfordert ist.
Positive Wirkung von Flow neurobiologisch erwiesen
Die positiven Auswirkungen von Flow sind mehrfach belegt: Jüngste neurobiologische Untersuchungen zeigen, dass im Gehirn – wenn jemand gerade nichts tut – das sogenannte Default Mode Network aktiv ist. Dieses Netzwerk sorgt dafür, dass man sich mit sich selbst, der Vergangenheit und aktuellen Problemen beschäftigt. Ist es zu aktiv, kann es unter anderem zu negativem Gedankenkreisen führen, was beispielsweise bei Depressionen häufig der Fall ist. Der Flow-Zustand bewirkt das Gegenteil: Das Default Mode Network wird im Flow weitgehend abgeschaltet. Stattdessen sind nur die Gehirnregionen aktiv, die eine Person für die aktuelle Aufgabe benötigt, um beispielsweise konzentriert ihrer Arbeit nachzugehen, einen anspruchsvollen Berg zu erklimmen, ein schwieriges Musikstück aufzuführen, oder, oder, oder. Wer im Flow ist, denkt nicht ständig über sich selbst nach. Auch daher, weil sich im Flow das negative Gedankenkreisen vorübergehend reduziert, fühlen sich Menschen, die regelmäßig Flow in ihrem Alltag erfahren, gesünder. Das ist durch die Flow-Forschung belegt und ebenso, dass Menschen, denen es gelingt, immer wieder in Flow zu kommen, über ein größeres Wohlbefinden und mehr Sinn im Leben berichten.
Fortbildung für Ergotherapeut:innen zum Thema Flow
Mit diesem Wissen hat die Ergotherapeutin Sara Mohr eine Fortbildung für die Akademie des DVE konzipiert. Die teilnehmenden Ergotherapeut:innen erfahren zunächst Grundlegendes zum Thema „Flow“ und auch, dass es bereits seit den 1990er Jahren etliche ergotherapeutische Modelle gibt, die auf der Flow-Theorie basieren oder diese integrieren. Im Folgenden lernen die teilnehmenden Ergotherapeut:innen die drei Vorbedingungen – ein klares Ziel, Feedback und die Skill-Challenge-Balance – die es möglich machen, in Flow zu kommen, kennen. Den Schwerpunkt der Fortbildung bilden Vorgehensweisen, um Betätigungen im Alltag der ergotherapeutischen Klient:innen zu finden, die mehr Flow ermöglichen. „Ergotherapeut:innen analysieren den Alltag ihrer Klient:innen und verschaffen sich mithilfe eines Betätigungsprofils als Erstes einen Überblick darüber, was üblicherweise an einem Tag, innerhalb einer Woche oder anderen Zeiträumen passiert und was gut oder weniger gut klappt“, beschreibt die Ergotherapeutin Mohr dieses übliche Vorgehen ihrer Berufsgruppe. Im zweiten Schritt liegt der Fokus auf Flow: Wo im Betätigungsprofil gibt es Handlungen, die Flow-Potenzial haben, sprich: Wofür begeistern sich Klient:innen, wofür sind sie motiviert, wo haben sie ein klares Ziel, bei dem ihre Fähigkeiten optimal mit den Herausforderungen zusammenpassen?
Ergotherapeut:innen als Flow-Förderer
Dabei fällt auf – und die Flow-Forschung bestätigt das – dass Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen oftmals keinen Zugang zu bestimmten Handlungen oder Betätigungen haben. Nicht selten sind strukturelle Barrieren der Grund, weshalb Menschen mit einer Behinderung oder bestimmten Erkrankungen keinen oder zu wenig Flow erleben. „Wer zum Beispiel gerne Schach spielt und dabei in Flow kommt, aber davon ausgeschlossen ist, weil der Schachverein nicht barrierefrei zugänglich ist oder aufgrund seiner chronischen Erkrankung seiner Arbeit nicht nachgehen kann, kann ergotherapeutische Unterstützung erhalten“, erklärt Sara Mohr diesen Teil ihrer Arbeit, bei dem sie, so wie auch ihre Berufskolleg:innen es tun, gemeinsam mit Klient:innen nach Alternativen und Lösungen sucht. Und last but not least geht es bei einer ergotherapeutischen Intervention auch darum, was traut die Person sich selbst zu, weiß sie ihre Fähigkeiten gut einzuschätzen? Die Betätigungen selbst kommen ebenfalls auf den Prüfstand. Wie lassen sich diese so gestalten, dass ein Flow-Potenzial entsteht? Die Ergotherapeutin gibt wieder ein Beispiel: „Wer es schafft, beim Sport oder im Fitness-Studio in Flow zu kommen, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, diese Tätigkeit zu wiederholen“.
Ergotherapeut:innen zeigen Flow-Killer auf
Das liegt unter anderem am positiven Erleben und den im Flow ausgeschütteten Hormonen. Wer im Flow ist, dessen Gehirn ist im Glücksrausch: Dort sorgen – um beispielhaft einige zu nennen – Endorphine für ein positives Gefühl und Schmerzminderung; das ausgeschüttete Dopamin ist für Motivation und Zielverfolgung nötig, weitere Hormone sorgen für Kreativität, Aufmerksamkeit und Fokus oder schaffen neue Verbindungen im Gehirn. Abschließend betont die Ergotherapeutin nochmals: „Flow lässt sich nicht auf Knopfdruck herbeiführen“. Auch ist es nicht etwa so, dass – war eine Person bei einer bestimmten Aktivität wie Joggen, Fahrradfahren, Malen, was auch immer, einmal im Flow – sie immer bei dieser Aktivität Flow erleben wird. Eine weitere der vielen Voraussetzungen, um in Flow zu kommen ist, sich tiefgehend und ungestört mit einem Thema oder einer Betätigung zu befassen. Das bedeutet auch: nicht erreichbar oder ansprechbar sein, Handy ausschalten oder gar nicht erst dabeihaben, Nachrichten deaktivieren für die Zeit, in der man nicht behelligt werden sollte, und so weiter. Denn: Unterbrechungen und Benachrichtigungen sind die schlimmsten Feinde von Flow. Ergotherapeut:innen empfehlen daher denjenigen, die Betätigungen mit Flow-Potenzial nachgehen wollen, eine zeitlich begrenzte, auch mediale Enthaltsamkeit von äußeren Einflüssen. Auch wenn das für viele eine große Herausforderung darstellt, so ist doch die Aussicht, Flow zu erleben und dabei das Beste aus sich selbst herauszuholen, ausgesprochen verlockend.